Aktuelles vom Imkerverein Wiesbaden

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2018

Die Mitgliederversammlung des Imkervereins Wiesbaden findet am Dienstag, 20. Februar, im Restaurant "Maestral",am Sportplatz des SVE, in Wiesbaden Erbenheim statt.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Eröffnung der Jahreshauptversammlung
  3. Gedenken an die Verstorbenen
  4. Bestimmung eines Versammlungsleiters
  5. Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung
  6. Feststellung der Beschlussfähigkeit
  7. Genehmigung der Tagesordnung
  8. Verlesung und Genehmigung des Protokolls der JHV 2017
  9. Bericht des Vorstandes
  10. Kassenbericht
  11. Bericht der Kassenprüfer
  12. Genehmigung Jahresabschluss
  13. Entlastung des Vorstandes und der Kassiererin
  14. Wahlen
    • turnusmäßige Wahl des 1. Vorsitzenden
    • außerordentliche Wahl des 2. Vorsitzenden
    • turnusmäßige Wahl von zwei Beisitzern
    • turnusmäßige Wahl von einem Kassenprüfer
  15. Anträge der Mitglieder
    (Hinweis: Anträge sollten spätestens bis Donnerstag, 12. Februar, dem Vorstand in Textform vorliegen)
  16. Jahresplanung 2018
  17. Verschiedenes
  18. Schlusswort des Vorsitzenden

Neues Projekt: Der "Schmetterlings- und Bienengarten"

Auf einer Wiese am südlichen Ortsausgang von Kloppenheim hat der BUND vor einigen Jahren ein Mehlschwalbenhaus gebaut. Noch warten die Erbauer auf auf die schwarz-weißen Mückenfänger, aber für das "Erdgeschoss" des Hauses gibt es Pläne, dort zusätzlichen Lebensraum zu schaffen:

BUND und Imkerverein werden dort gemeinsam im kommenden Frühjahr einen "Schmetterlings- und Wildbienengarten" anlegen. Er soll naturliebenden Menschen Anregungen geben, wie mit relativ einfachen Mitteln für die so sehr gefährdeten Bestäuberinsekten eine Heimat und ein passendes Nahrungsangebot geschaffen werden kann.

Wir werden mit den Arbeiten im Frühjahr beginnen und natürlich zählen wir auf die Mitglieder des Imkervereins, die bereit sind "Muskelhypothek" mit in das Projekt einzubringen.

Erster Stammtisch im neuen Jahr

Spannend und einmal ganz anders wird der erste Stammtisch im Jahr 2018 werden. Dann geht es zwar auch um unsere Bienen, aber wir betrachten das Thema einmal von seiner technischen Seite.

Wer mit seinen Bienen korrekt arbeiten will, der muss eine ganze Menge schriftlich fixieren. Da ist einmal die Stockkarte, in die wir alle Beobachtungen und Eingriffe in das Volk machen. Sie sind die Grundlage für eine effektive Zucht. Vor allem aber ist sie auch für das Erkennen von Besonderheiten des Volkes wichtig. Dann gibt es auch noch die gesetzlich geforderten Dokumentationen: Das Behandlungsbuch, in das alle in das Volk eingebrachte Arzneimittel (z.B. Oxalsäure, Perizin...) notiert werden müssen. Das Honigbuch, in das die Ernte eingetragen werden muss, wenn der Honig in den Verkauf kommt. Mancher will vielleicht auch wissen, wie weit seine Bienen rund um den Stock unterwegs sind, um Nektar einzutragen. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Varroabekämpfung. Wieviele Milben sind bei der letzten Kontrolle gefallen? Wie viele nach der Behandlung? Und wenn ich behandeln will, wie wird das Wetter? Passt es für die von mir gewählte Behandlungsmethode?

Es gibt jede Menge "Bürokram", der gemacht werden muss - und wenn man ihn nicht gleich erledigt, ist er auch schnell vergessen...

Die "App-Reederei" aus Hamburg hat ein Programm für PC und Smartphone geschrieben, das diese Arbeiten kinderleicht machen kann, weil man sie direkt am Stock per Smartphone erledigt. Es heißt "BeeInTouch" und ist ein digitaler Tausendsassa für alle diejenigen, die gerne mit Bienen und den neuen Medien umgehen.

Jan Bischoff, der Gründer von "BeeInTouch" kommt aus Hamburg zu uns, um uns in die Geheimnisse des Programms einzuführen und seine Funktionen zu erklären.

Im zweiten Teil des Abends wollen wir dem "Bienenklau", der im bevorstehenden Frühjahr mit Sicherheit wieder unterwegs sein wird, ein Bein stellen, zumindest aber sein Tun erschweren. Wir werden darüber sprechen, wie wir unsere Beuten sichern können. Vorstellen werden wir einfache mechanische Möglichkeiten bis hin zur - nicht ganz billigen - elektronischen Diebstahlsicherung.

Wir freuen uns auf ein "volles Haus" beim ersten Stammtisch am Dienstag, 23. Januar 2018, 19 Uhr, im Restaurant "Maestral" in Erbenheim, direkt neben dem Sportplatz.

Imkerverein Wiesbaden stellt Ausbildungskonzept um

Onlinetest der „Honigmacher“ ist Voraussetzung für „Praxisseminar imkern“

Seit vielen Jahren gibt es im Imkerverein Wiesbaden ein „Probeimkern“, bei dem an der Bienenhaltung Interessierte Gelegenheit haben, die Arbeiten rund um den Bienenstock kennen zu lernen. Die Kurse im vereinseigenen Lehrbienenpark „Aukamm“ werden stets von zwei erfahrenen Imkern geleitet und finden über das Bienenjahr verteilt an zehn bis zwölf Wochenenden statt.

Der Andrang zur Teilnahme am „Probeimkern“ ist in Wiesbaden nach wie vor enorm. Alljährlich werden in zwei Kursen jeweils zehn zukünftige Imkerinnen und Imker ausgebildet. Sie lernen im Verlauf des Kurses nicht nur die Handhabung der verwendeten  Gerätschaften, sondern auch alle jahreszeitlich erforderlichen Arbeiten bis hin zur Honigernte kennen. 

Ein ganz besonderer Schwerpunkt der Ausbildung sind die Varroaprophylaxe und –bekämpfung sowie die Bienengesundheit. Im Verlauf des Kurses besteht die Möglichkeit, einen eigenen Ableger zu bilden und zu pflegen. Auch nach Abschluss des Lehrganges werden die Teilnehmer über die Imkerberater des Vereins weiter betreut, die Fragen beantworten und – wenn erforderlich - auch praktisch hilfreich zur Seite stehen. 

„Trotz intensiver Schulung waren wir aber mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden“, stellt der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden Siggi Schneider fest. „Wir mussten feststellen, dass für die notwendige Vermittlung der doch sehr umfangreichen theoretischen Grundlagen - dazu zählen Anatomie, Lebensweise, Rechtsfragen, Wachsverwendung, usw. - im Rahmen der praktischen Ausbildung nur sehr wenig Zeit zur Verfügung stand. Andererseits kamen die zukünftigen Imkerinnen und Imker oft bereits mit unterschiedlichen Vorkenntnissen zu uns, welche sie sich selbst im Internet auf verschiedenen Portalen angeeignet hatten. Manches, geradezu abenteuerliches „Youtube-Wissen“ musste zurechtgerückt werden, was zusätzlich Zeit und Aufwand erforderte“.

Der Vorstand des Imkervereins Wiesbaden hat sich deshalb entschlossen, sein Ausbildungskonzept komplett umzustellen und in einen theoretischen und einen praktischen Teil zu gliedern. Den theoretischen Abschnitt können die Neueinsteiger bequem zuhause über das Internetportal „Die Honigmacher“ (https://www.die-honigmacher.de/kurs5/index.html) absolvieren. Dieses vom Deutschen Imkerbund finanzierte Lernportal wurde vom D.I.B in Zusammenarbeit mit dem Verein Apis e.V und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen entwickelt. „Es ist ein hervorragendes Instrument, um das theoretische Basiswissen im Bereich Imkerei zu vermitteln“, so Schneider. In Wiesbaden können jetzt nur noch Teilnehmer, die das Zertifikat über den erfolgreichen Honigmacher-Online-Abschlusstest vorlegen, am jetzt neuen „Praxiskurs imkern“ teilnehmen.

Der Vorteil: Alle Kursteilnehmer haben die gleiche theoretische Basis, weil sie praktisch „gezwungen“ werden, sich das unverzichtbare Grundwissen gründlich anzueignen. So vorbereitet, können sie sich nun voll und ganz auf die praktische Ausbildung konzentrieren, für die jetzt deutlich mehr Zeit zur Verfügung steht.

„Bislang haben wir auf unsere Initiative nur positive Rückmeldung von den Interessenten für den Ausbildungskurs „Praxisseminar imkern“ erhalten“, so Schneider. Diese haben mittlerweile die Einladung zum „Kennenlern-Treffen“ erhalten, in dem auch die Vorfreude auf ein spannendes und erfülltes Hobby geweckt werden wird.

Informationen zum „Praxiskurs imkern“ gibt es beim Imkerverein Wiesbaden, .

Jäger und Imker arbeiten zusammen

Im Rahmen von „Feldgängen“ eruierten die Hegegemeinschaft Ost der Wiesbadener Jäger und der Vorsitzende des Wiesbadener Imkervereins Maßnahmen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den Revieren der Hessischen Landeshauptstadt. Die gemeinsamen Feldgänge sind erste Ergebnisse einer engen Zusammenarbeit zwischen Jägern und Imkern in der Feldflur. Ziel ist es, ein „Lebensraumkonzept“ zu entwerfen, das zu einer nachhaltigen positiven Veränderung der  Lebensbedingungen des Wildes, aber auch das der Bestäuberinsekten führt. Unterstützt wird das Lebensraumkonzept und seine Umsetzung durch die Naturschutzbehörde und das Umweltdezernat der Stadt Wiesbaden.

„Die Imker haben bei der Anlage von Blühstreifen und Insektenhotels viel Erfahrung. Diese wollen wir nutzen und zukünftig zusammenarbeiten“. so Claus Deußer, der Vorsitzende des Hegeringes. Er betonte: „Ein vielfältiges Angebot an blühenden heimischen Pflanzen sind nicht nur wichtig für Wild- und Honigbienen, es sichert zum Beispiel auch den jungen Rebhühnern das Überleben in den ersten Tagen.

Bereits bi den „Feldgängen“ wurden erste Ergebnisse erzielt: Durch die großzügige Bereitschaft von Landwirten und privaten Eigentümern waren schnell Flächen gefunden, auf denen schon bald blühende Bienenweiden sowie Deckung und Äsung für das Niederwild entstehen werden. 

Jäger und Imker vereinbarten eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Gebiets-Lebensraum-Konzeptes der Hegegemeinschaft Wiesbaden/Ost.

„Wir ziehen alle am gleichen Strang, denn Naturschutz dient uns allen“. so Siggi Schneider. Er verweist auch auf die Erfolge der vom Imkerverein Wiesbaden imitierten Aktion „Wiesbaden summt“, die im vergangenen Jahr zusammen mit dem Grünflächenamt Wiesbaden gestartet wurde. Dabei wurden artenarme Grünflächen durch das Amt gärtnerisch vorbereitet und von den Mitgliedern des Imkervereins Wiesbaden eingesät. Der Samen wurde vom Imkerverein bezahlt und kostenlos zur Verfügung gestellt. In einer ersten Aktion entstanden 2016 so rund 4.000 Quadratmeter Blühflächen: Die Aktion wird 2018 fortgesetzt und ausgeweitet.

Insektensterben beschäftigt die Medien

Honigbiene

In den letzten Tagen haben die Medien in sehr breiter Front das Insektensterben in Deutschland aufgegriffen. Grund hierfür sind mehrere Studien, die nachweisen, dass in den letzten 30 Jahren rund 75 Prozent unserer Insekten verschwunden sind. Davon sind auch wir Imker betroffen, denn immer mehr wird auch darüber berichtet, dass rätselhafte Königinnensterben, Brutschäden und Krankheiten auftreten.

Bei vielen Veranstaltungen – beispielsweise auch ganz besonders beim Erntedankfest am Warmen Damm - wurden wir auf das „Bienensterben“ angesprochen. Da ist es wichtig, die passenden Informationen parat zu halten. Allerdings ist es auch sicherlich nicht gerechtfertigt, allein die Landwirtschaft für die gravierenden Veränderungen in der Insektenwelt verantwortlich zu machen. Dafür ist die Datenlage zu gering. Auch Flächenverbrauch und andere Faktoren können als Verursacher in Frage kommen.

Aber wir können die Gesprächspartner dahingehend sensibilisieren, dass jeder einzelne einen Beitrag dazu leisten kann, den Bienen und allen anderen Insekten zu helfen. Beispiele hierfür sind bienenfreundliche Balkonkästen und Pflanzen in den Gärten. Der Bau von Insektenwohnungen, die Ansaat von Blühflächen in der Stadt sind weitere gute Aktionen.

Der Imkerverein Wiesbaden unterstützt solche Maßnahmen. Allen in diesem Jahr haben wir mehr als 1.000 Euro aus Vereinsmitteln für den Ankauf von regio-zertifiziertem Saatgut verwendet. Wir haben es bei den Veranstaltungen und Vorträgen kostenlos an Interessenten ausgegeben, aber auch Jäger und Landwirte mit Saatgut ausgestattet, damit Blühflächen angelegt werden konnten. In zahlreichen fachlichen Beratungsgesprächen konnten wir die Anlage von Blühflächen unterstützen und so nachhaltig für Bienenweiden sorgen. Sehr effektiv ist die Zusammenarbeit mit der Hegegemeinschaft Wiesbaden- Ost und der Stadt Wiesbaden, die Mittel für die Herstellung von Blühflächen bereit stellt, während der Hegering die Flächen akquiriert und deren Pflege sicher stellt . In diesem Jahr sind so durch die Kooperation mit Landwirten im Osten der Stadt mehr als 12 Hektar Bienenweiden entstanden – ein guter Beitrag, um unseren Bienen und allen Insekten unserer Heimat Nahrungs- und Lebensraum zu geben.

Wir haben hier eine Liste von Journalistenbeiträgen zusammengestellt.

Die ARD-Tagesschau hat die augenblickliche Informationslage zusammengefasst. Der Beitrag ist unter nachfolgendem Link zu sehen.

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-338871~player_branded-true.html

 

Auch führende Magazine und Tageszeitung haben das Thema aufgegriffen:

Viele Besucher beim Erntedankfest

Erntedankfest 2017 - Basteln
Erntedankfest 2017 - Bienenhotel

Über mangelndes Interesse an ihrer Arbeit müssen sich die Wiesbadener Imkerinnen und Imker nicht beklagen. Beim diesjährigen Erntedankfest am Warmen Damm herrschte im Imkerzelt Hochbetrieb.

Besonders großes Interesse fand der Schaukasten mit den Bienen, den Helmut Habel zur Verfügung gestellt hatte. Von früh bis spät stand er und eine ganze Reihe weiterer Vereinsmitglieder an beiden Tagen zur Beantwortung von Fragen bereit.

Auch die Ausstellung und der Honigverkauf von Günther Kusterer fand großes Interesse. Dank tatkräftiger Unterstützung von mehr als 20 Imkerinnen und Imkern konnte auch der Ansturm von mehreren hundert Kindern beim Basteln von „Korkenbienen“ und der Herstellung der Wildbienenwohnungen bewältigt werden. Für den Imkerverein war auch das diesjährige Erntedankfest ein voller Erfolg.

Einladung zum Ausflug am Sonntag, 2. Juli, nach Mayen

Der Imkerverein Wiesbaden lädt Mitglieder des Vereins und deren Familien, der Nachbarvereine zu einem  gemeinsamen Ausflug am Sonntag, 2. Juli, nach Mayen ein.

Das dortige Bieneninstitut lädt zum "Tag der offenen Tür" ein und da gibt es sicherlich jede Menge spannende Informationen rund um unser Hobby. Ein Besuch wert ist auch der "Mayener Bienengarten", der viele Trachtpflanzen für Bestäuberinsekten zeigt.

Familien mit Kindern empfehlen wir den Besuch des Museums "Terra Vulcanica", das spannende und erlebnisreiche Einblicke in die Entstehung der Welt gibt. Ganz nebenbei: Die Restaurants und Cafes des Ortes haben einen ausgezeichneten Ruf.

Anmeldungen nimmt Ramazan Yerlikaya als Email mit dem Betreff "Vereinsausflug"  an entgegen.

Schwarmfänger retten Honigbienen

Bienenschwarm

Im April, Mai und im Juni ist bei den Bienen „Schwarmzeit“. Die Völker befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung und in den Bienenstöcken wird es eng. Dann geht ein Teil der Besatzung mit der alten Königin auf Reisen und sucht sich eine neue Bleibe. Der Rest des Volkes bleibt zurück und zieht sich eine neue Stockmutter.

Das Bienenschwärmen ist ein beeindruckendes Schauspiel: Tausende Honigsammlerinnen schwirren, oft laut hörbar, in einer dunklen Wolke durch die Luft und lassen sich dann an einem Baum, einem Strauch oder auch einmal ein einem Balkongeländer oder Autospiegel als braune Traube nieder. Für viele Zuschauer auf den ersten Blick ein beängstigender Vorgang, denn Bienen könnten ja stechen…

„Dass Honigbienen schwärmen, ist ein natürlicher Vorgang, denn auf diese Weise vermehren sich die nützlichen Insekten. Aber, Bienenvölker, die schwärmen, sind nicht aggressiv“, klärt Siggi Schneider, Vorsitzender des Imkervereins Wiesbaden (IVW)  auf. „Die Bienen haben vor dem Abflug im Honigmagen einen Reiseproviant gebunkert. Und da geht es ihnen wie den Menschen: Wenn sie satt sind, sind sie friedlich… Dennoch: Die Schwärme brauchen dringend Hilfe, denn ohne die Betreuung durch einen Imker sind sie meist verloren und müssen sterben.

Grund für die prekäre Lage der Bienen ist neben den fehlenden natürlichen Unterkünften und einer industrialisierten Landwirtschaft vor allem die Varroa-Milbe, die in den 1970er Jahren nach Deutschland eingeschleppt wurde und die bei den Bienen für große Verluste sorgt. Sie beißt und saugt an den Insekten und macht sie so für Viruserkrankungen empfänglich, an denen sie letztendlich massenhaft sterben. Fast alle Bienenvölker in Deutschland sind von der schädlichen Milbe befallen, die als eine der Hauptursachen für das Bienensterben gilt. Zum Glück haben die Imker aber Möglichkeiten, die Milben in den Stöcken durch die Anwendung von organischen Säuren in Schach zu halten und sorgen so dafür, dass die Bienen gesund bleiben.

„Im Frühjahr kommt es immer wieder vor, dass im Stadtgebiet von Wiesbaden Bienenschwärme gesichtet werden. Deshalb hat der Imkerverein Wiesbaden auf seiner Homepage eine Liste von „Schwarmfängern“ veröffentlicht, die mit ihren speziellen Kenntnissen und der passenden Ausrüstung die Bienenschwärme – soweit sie gefahrlos erreichbar sind – einfangen und ihnen ein neues sicheres Zuhause bieten. Die „Schwarmfängerliste“ kann unter www.imkerverein-wiesbaden.de eingesehen werden“, berichtet Schneider.

In Wiesbaden gibt es rund 1.000 Bienenvölker, die von rund 250 Imkerinnen und Imkern des Imkervereins Wiesbaden betreut werden. Nicht nur in den Vororten, sondern auch in der Innenstadt werden Bienen gehalten. Möglich ist die konfliktfreie Nähe zu den menschlichen Nachbarn, weil die Imker seit vielen Jahren konsequent eine Zuchtauslese betreiben, in der die Friedfertigkeit der Bienen gefördert wird.

Bienen sind für die Bestäubung der Pflanzen von ganz besonderer Wichtigkeit. Rund 80 Prozent aller Nutzpflanzen werden durch die Honigbiene und ihre wilde Verwandten bestäubt. Sie tragen damit ganz entscheidend zu Lebensmittelversorgung bei und haben deshalb in der Natur und für die Menschen seit tausenden von Jahren eine große Bedeutung. Im Schnitt verbrauchen in Deutschland die Menschen rund 1,1, Kilo Honig – sie sind damit Weltmeister im Honigschlecken. Aber nur ein Drittel des süßen Brotaufstriches kommt aus unserem Land. Der Rest wird aus aller Welt – meist aus China, Südamerika oder den osteuropäischen Ländern - eingeführt. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass es weiterhin möglichst viele Honigbienen in Deutschland gibt, denn Honig kann man importieren, Bestäubung aber nicht“, macht Schneider deutlich und bittet die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener, Bienenschwärme zu melden.

Im Fokus: Ausbildung und Blühwiesen

Bienenweide 01
Bienenweide 02

Imkerverein Wiesbaden weiter im Aufwind

Eine durchweg positive Bilanz konnte der Imkerverein Wiesbaden in seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung ziehen. Nach wie vor ist das Interesse, sich mit Bienen und Bestäuberinsekten zu befassen, groß; Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder nahezu verdoppelt. Rund 240 Imkerinnen und Imker pflegen im Stadtgebiet Wiesbaden deutlich mehr als 1.000 Bienenvölker. Sie tragen damit ganz wesentlich zu einem guten und qualitativ hochwertigen Ertrag auf heimischen Feldern bei.

In seinem Jahresbericht ging der 2. Vorsitzende des Vereins, David Richter, auf die zahlreichen Aktivitäten des Imkervereins Wiesbaden ein. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liege nach wie vor auf der Schulung von an der Bienenhaltung Interessierten und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bestäuberinsekten.

Deshalb sei im vergangenen Jahr der Bienenpark in Aukamm zu einem gut ausgestatteten Ausbildungszentrum ausgebaut worden, in dem sowohl die theoretische als auch die praktische Arbeit unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden kann. Auch im Namen des 1. Vorsitzenden, Siggi Schneider, der leider wegen eines Krankenhausaufenthaltes verhindert war, dankte der dem Umweltdezernat der Stadt Wiesbaden und den zahlreichen Sponsoren für die großartige finanzielle Unterstützung.

Neben der Aus- und Weiterbildung der Imkerinnen und Imker engagiert sich der Verein für eine deutliche Verbesserung der Biodiversität innerhalb des Stadtgebietes. Wesentliches Instrument hierfür sei die Aktion „Wiesbaden summt!“, die im letzten Jahr zusammen mit dem Grünflächenamt initiiert wurde und bei der mehr als 4.000 Quadratmeter artenarmer Rasenflächen in blühende Areale umgewandelt worden sind. Dabei bereiteten die Gärtner des Amtes die Flächen vor, damit sie anschließend von Mitgliedern des Imkervereins, der auch den Samen stellte, mit heimischen Blütenpflanzen eingesät werden konnten.

Auch in diesem Jahr wird die Aktion „Wiesbaden summt!“ fortgesetzt werden. Besonders effektiv sei auch die Zusammenarbeit mit der Hegegemeinschaft Wiesbaden-Ost, auf deren Initiative in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten mehrere Hektar Blüh- und Äsungsflächen angelegt werden. „Unser Ziel ist es, für die Aktion „Wiesbaden summt!“ weitere Partner zu finden. Wir denken dabei an Kleingartenvereine, Gärtnereien aber auch Privatpersonen, die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen einsetzten wollen“, betonte Richter.

Lob gab es seitens der Versammlung für die zahlreichen Kinder- und Jugendprojekte. Mehrere Imker ermöglichen Schulen einen Besuch auf ihrem Bienenstand und damit einen Einblick in das geheimnisvolle Leben der fleißigen Honigsammlerinnen. Bereits im dritten Jahr läuft das Projekt „Bienen im Klassenzimmer“ an der Delkenheimer Karl-Gärtner-Schule, in dem sich Drittklässler das Klassenzimmer mit einigen tausend Bienen teilen und das spannende Fach „Bienenkunde“ fester Bestandteil des Unterrichts ist.