Aktuelles vom Imkerverein Wiesbaden

Jetzt geht es los: Stadt und Imkerverein starten die Aktion „Wiesbaden summt“

Gestern erfolgte der offizielle Start unserer gemeinsamen Aktion "Wiesbaden summt". Hierzu hat der Wiesbadener Kurier den folgenden Artikel herausgegeben:

WIESBADEN - (por). In der Delkenheimer Grünanlage Elisabethenstraße mag sich manch einer gewundert haben, wozu der umgepflügte, drei Meter breite und rund 100 Meter lange Streifen neben dem Weg gut sein soll. Wer am gestrigen Dienstag gegen 16 Uhr vor Ort war, bekam die Antwort. Grünflächendezernent Oliver Franz und Siggi Schneider, Vorsitzender der Wiesbadener Imker, gaben dort den Startschuss zur Aktion „Wiesbaden summt“. Sie säten mit weiteren Helfern einen Mix aus Samen von 50 verschiedenen Blühpflanzen aus, die Bienen und Hummeln nach der Raps- und Obstbaumblüte über das Hungerloch im Sommer helfen sollen.

Den ganzen Artikel können Sie in den kommenden 14 Tagen auf der Website des Kuriers lesen.

Imker widersprechen Warnung vor giftigem Honig

Honigbiene
Waben entdeckeln

In der aktuellen Ausgabe des Wiesbadener Kuriers ist heute die Stellungnahme des Imkervereinvereins zu dem am Montag erschienen Artikel "Gift im Honig" erschienen.

WIESBADEN - (hz). „Gift im Honig“ – so lautete in der Montag-Ausgabe die Überschrift auf unserer Ratgeber-Seite. „Reißerisch und für unsere Region nicht gerechtfertigt“ sei das, meldete sich Siggi Schneider, der Vorsitzende des Wiesbadener Imkervereins, prompt mit heftigem Widerspruch zu Wort.

Den ganzen Artikel finden Sie in den kommenden 14 Tagen auf der Website des Wiesbadener Kuriers

Pressemitteilung des Imkervereins Wiesbaden: Heimischer Honig ist unbedenklich

Über Pyrrolizidinalkaloide(PA) in Lebensmitteln wird seit vielen Jahren diskutiert und das Thema ist nicht neu. Allerdings ist die Überschrift des Artikels „Gift im Honig“ eher reißerisch und für unsere Region nicht gerechtfertigt“, stellt Siggi Schneider, Vorsitzender des Imkervereins Wiesbaden fest. Er nimmt Bezug auf einen Artikel im Wiesbadener Kurier vom 23. Mai.

„PA im Honig ist eher ein regionales Problem“, erläutert Schneider. Es entstehe da, wo Jakobskreuzkraut in Massen auftrete, beispielweise in einigen Naturschutzgebieten in Norddeutschland. Dort gäbe es riesige Bestände dieser Pflanzen, die während der Blütezeit im Sommer von den Bienen als Trachtgebiete angeflogen werden, weil sie in einer industriellen Agrarlandschaft mit großen Monokulturen keine andere Nektarquellen finden. Zwar könne man auch bei uns hie und da Jakobskreuzkraut auf einer Wiese, Borretsch in einem Garten oder einen Natterkopf am Wegrand finden, aber die Anzahl der PAhaltigen  Pflanzen sei bei uns viel zu gering, um Honig nennenswert zu belasten.

Schneider verweist in diesem Zusammenhang auf Untersuchungen der Zeitschrift ÖkoTEST. In keinem der im November 2015 untersuchten deutschen Honige sei dort PA festgestellt werden. Hinzu komme, dass bei uns die Honigernte Ende Juni weitgehend abgeschlossen sei, also noch vor Beginn der Blütezeit des Jakobkreuzkrautes. „Wir empfehlen deshalb, Honig aus der Region zu kaufen und auch auf Importhonige zu verzichten“, macht der Vorsitzender des Imkervereins Wiesbaden deutlich.

Wichtig sei es, so die Wiesbadener Imker weiter, dass den Bienen ausreichend alternative Trachtpflanzen geboten werden. Gerade deshalb suchten die örtlichen Bienenhalter das persönliche Gespräch mit den Landwirten, um die Anzahl der Bienenweiden zu erhöhen. „Diese Kontakte bewähren sich auch in anderen Situationen. Beispielsweise informieren viele Landwirte die ihnen bekannten Imker über den Einsatz von Insektiziden. Die Imkerkönnten dann vorübergehend den Bienenflug unterbinden und so den Eintrag von chemischen Stoffen verhindern. Zu beachten sei allerdings, dass das verwendete Saatgut für Bienenweiden keine PAproduzierenden Pflanzen enthalte. Das sei in Hessen der Fall.

„Die Bienen fliegen gerne solche Flächen an, weil sie auch im Sommer Nektar und Pollen in ausreichender Menge bieten. Sie sind übrigens nicht nur für die Honigbienen interessant, sondern auch für viele andere Insekten, beispielsweise Schmetterlinge und Wildbienen, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Gerade in den privaten Gärten gibt es sicherlich auch die eine oder andere Ecke, die man mit Bienenweide einsäen kann. Belohnt wird dies mit einem bunten Blütenflor und eine vielfältigen Tierwelt, aber auch mit einem schmackhaften und bekömmlichen Honig aus Wiesbaden und Umgebung“, so Schneider abschließend.

Zu Gast bei "Alle Wetter" zum Thema "Schwarmzeit"

Siegfried Schneider bei
Siegfried Schneider bei

Bei der gestrigen hr-Sendung von "Alle Wetter" hatten der Imkerverein Wiesbaden die Möglichkeit dem Moderator Herrn Ranft und den Zuschauern das wichtige Thema der Schwarmzeit zu erklären.

Die Sendung ist noch bis zum 18. Mai. 2016 in der Mediathek des hr (ab Minute 7:20) zu sehen. Wir bedanken uns für die freundliche Aufnahme bei dem Team von "Alle Wetter".

Den Bienentanz im Unterricht erleben

Bienen im Klassenzimmer 1
Bienen im Klassenzimmer 2

Wieder Projekt „Bienen im Klassenzimmer“ an der Karl-Gärtner-Schule in Delkenheim

„Bienen sind für den Menschen ganz wichtig“, das weiß die neunjährige Emma genau und sie erklärt auch warum: „Sie bestäuben die Pflanzen, und ohne sie hätten die Menschen viel weniger zu essen…“ Emma ist eine von mehr als 40 Schülerinnen und Schülern der beiden dritten Klassen an der Karl-Gärtner-Schule in Delkenheim. Sie freut sich zusammen mit ihren Klassenkameraden jede Woche auf den Montag, denn dann kommen Herbert und Siggi Schneider vom Imkerverein Wiesbaden und führen die Kinder in die geheimnisvolle Welt der Honigsammlerinnen ein.

Seit einigen Tagen ist es ganz besonders spannend: In die beiden Klassenräume sind einige tausend Bienen eingezogen. Sie sind in zwei Schaukästen untergebracht, deren Türen sich öffnen lassen und die über spezielle Ausgänge über eigens umgebaute Fenster verfügen, um den Bienen das Ausfliegen zu ermöglichen. So können die Kinder ganz genau beobachten, wie die Arbeiterinnen auf den Waben tanzen und sich eine neue Königin ziehen. Sie haben auch die Verantwortung für ihre neue Klassenkameradinnen übernommen: „Jeden Morgen müssen die Bienen mit Zuckerwasser gefüttert werden, denn das kleine Volk muss erst noch wachsen und kann sich noch nicht selbstständig ernähren“, erklärt Theo und füllt mit der Spritze sorgfältig den Futterbehälter. Eine Aufgabe, die auch die anderen Kinder der Klassen mit Begeisterung und Sorgfalt übernehmen, denn für den „Bienendienst“ wurde eigens eine Liste angefertigt, die regelt, wer wann als Bienenpate an der Reihe ist.

Seit Januar haben die beiden Delkenheimer Imker die acht und neunjährigen Mädchen und Jungen sorgfältig vorbereitet. Die Kinder wissen nicht nur, dass in einem Bienenstock eine Königin lebt, die jeden Tag viele hundert Eier legt. Sie kennen auch die unterschiedlichen „Berufe“, die eine Biene im Laufe ihres kurzen Lebens ausübt, können die Bienensprache erklären und sie haben die Angst, gestochen zu werden, weitgehend abgelegt. Nicht zuletzt deshalb, weil mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Ortsbeirates und der Nassauischen Sparkasse spezielle Schutzanzüge angeschafft werden konnten, die eine gefahrlose Beobachtung und Bearbeitung von zwei weiteren Bienenvölkern auf dem Schulgelände ermöglichen. Diese versprechen schon jetzt in einigen Wochen eine gute Honigernte und werden von den Kindern mit Begeisterung mitbetreut. „Wann gehen wir an die Bienen?“, ist der erste Satz, den die beiden Imker hören, wenn sie auf den Schulhof kommen.

„In das Projekt ist das halbe Dorf eingebunden“, freuen sich Herbert und Siggi Schneider: „Vom Bäcker gibt es schon mal einen Bienenstich für die Schulimker, die Feuerwehr sorgt für Feuchtigkeit auf der Blumenwiese und in der letzten Woche wurde von Theo Becht mit seinem Traktor eine große Fläche auf dem Schulgelände gepflügt. Sie wurde zu einer Bienenwiese umgestaltet und gemeinsam mit Schulleiterin Gabriele Döhring und den beiden Klassenlehrerinnen Annette Franz und Christina Butschan mit einer speziellen Pflanzenmischung eingesät, die den Bienen reichlich Nektar und viel Pollen spendet, um einen Beitrag gegen das Bienensterben zu leisten. Auf der Wiese steht auch das von Zimmerermeister Werner Cramer im letzten Jahr gebaute große Bienenhotel, das weiter ausgebaut werden soll und das es ermöglicht, das Leben von Wildbienen und anderen Insekten zu genau erforschen.

Im Rahmen des Bienenprojektes werden auch andere Unterrichtinhalte berührt und vertieft: Wenn man verstehen will, wie sich die Bienen orientieren, muss man wissen, was ein Winkel ist, denn um die Richtung eines Trachtgebietes den anderen Sammlerinnen im Stock mitzuteilen, tanzt die Biene in einem bestimmten Winkel zum Sonnenstand auf der Wabe. Und wer später Honig verkaufen will, muss die Gewichtseinheiten kennen um die Gläser korrekt zu befüllen.

Bis zu den Sommerferien gibt es noch viel zu tun. Zum einen gilt es natürlich genau zu verfolgen, wie sich die beiden kleinen Völker in den Klassenzimmern entwickeln, wie dort die Königin entsteht und wie jeden Tag neue Bienen aus ihren Zellen schlüpfen. Zum anderen brauchen auch die beiden Wirtschaftsvölker eine genaue Beobachtung und Betreuung, damit sie nicht schwärmen. Außerdem muss der Honig geerntet und schleudert werden. Der soll nämlich beim Schulfest verkauft werden und mit seinem Erlös die Klassenkasse auffüllen.

Bereits im zweiten Jahr läuft das Projekt „Bienen im Klassenzimmer“ des Imkervereins Wiesbaden an der Delkenheimer Karl-Gärtner-Schule im Sachkundeunterricht der dritten Klassen. Und so wie es aussieht, wird es wohl zu einer festen Einrichtung an der Delkenheimer „Bienenschule“ werden – die jetzigen Zweitklässler stehen bereits in den Startlöchern und freuen sich schon riesig, im nächsten Jahr selbst „Schulimker“ zu werden.