Aktuelles vom Imkerverein Wiesbaden

Pressemitteilung des Imkervereins Wiesbaden: Heimischer Honig ist unbedenklich

Über Pyrrolizidinalkaloide(PA) in Lebensmitteln wird seit vielen Jahren diskutiert und das Thema ist nicht neu. Allerdings ist die Überschrift des Artikels „Gift im Honig“ eher reißerisch und für unsere Region nicht gerechtfertigt“, stellt Siggi Schneider, Vorsitzender des Imkervereins Wiesbaden fest. Er nimmt Bezug auf einen Artikel im Wiesbadener Kurier vom 23. Mai.

„PA im Honig ist eher ein regionales Problem“, erläutert Schneider. Es entstehe da, wo Jakobskreuzkraut in Massen auftrete, beispielweise in einigen Naturschutzgebieten in Norddeutschland. Dort gäbe es riesige Bestände dieser Pflanzen, die während der Blütezeit im Sommer von den Bienen als Trachtgebiete angeflogen werden, weil sie in einer industriellen Agrarlandschaft mit großen Monokulturen keine andere Nektarquellen finden. Zwar könne man auch bei uns hie und da Jakobskreuzkraut auf einer Wiese, Borretsch in einem Garten oder einen Natterkopf am Wegrand finden, aber die Anzahl der PAhaltigen  Pflanzen sei bei uns viel zu gering, um Honig nennenswert zu belasten.

Schneider verweist in diesem Zusammenhang auf Untersuchungen der Zeitschrift ÖkoTEST. In keinem der im November 2015 untersuchten deutschen Honige sei dort PA festgestellt werden. Hinzu komme, dass bei uns die Honigernte Ende Juni weitgehend abgeschlossen sei, also noch vor Beginn der Blütezeit des Jakobkreuzkrautes. „Wir empfehlen deshalb, Honig aus der Region zu kaufen und auch auf Importhonige zu verzichten“, macht der Vorsitzender des Imkervereins Wiesbaden deutlich.

Wichtig sei es, so die Wiesbadener Imker weiter, dass den Bienen ausreichend alternative Trachtpflanzen geboten werden. Gerade deshalb suchten die örtlichen Bienenhalter das persönliche Gespräch mit den Landwirten, um die Anzahl der Bienenweiden zu erhöhen. „Diese Kontakte bewähren sich auch in anderen Situationen. Beispielsweise informieren viele Landwirte die ihnen bekannten Imker über den Einsatz von Insektiziden. Die Imkerkönnten dann vorübergehend den Bienenflug unterbinden und so den Eintrag von chemischen Stoffen verhindern. Zu beachten sei allerdings, dass das verwendete Saatgut für Bienenweiden keine PAproduzierenden Pflanzen enthalte. Das sei in Hessen der Fall.

„Die Bienen fliegen gerne solche Flächen an, weil sie auch im Sommer Nektar und Pollen in ausreichender Menge bieten. Sie sind übrigens nicht nur für die Honigbienen interessant, sondern auch für viele andere Insekten, beispielsweise Schmetterlinge und Wildbienen, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Gerade in den privaten Gärten gibt es sicherlich auch die eine oder andere Ecke, die man mit Bienenweide einsäen kann. Belohnt wird dies mit einem bunten Blütenflor und eine vielfältigen Tierwelt, aber auch mit einem schmackhaften und bekömmlichen Honig aus Wiesbaden und Umgebung“, so Schneider abschließend.