zurück

Jäger und Imker arbeiten zusammen

Die Kulturlandschaft rund um Wiesbaden hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Siedlungsbau und intensive Landwirtschaft führen dazu, dass die Vielfalt an Pflanzen und Tieren abgenommen hat. Durch die Anlage von Blühäckern soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Hier finden Insekten und Niederwild Nahrung und Nistmöglichkeiten.

Im Rahmen von „Feldgängen“ eruierten die Hegegemeinschaft Ost der Wiesbadener Jäger und der Vorsitzende des Wiesbadener Imkervereins Maßnahmen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den Revieren der Hessischen Landeshauptstadt. Die gemeinsamen Feldgänge sind erste Ergebnisse einer engen Zusammenarbeit zwischen Jägern und Imkern in der Feldflur. Ziel ist es, ein „Lebensraumkonzept“ zu entwerfen, das zu einer nachhaltigen positiven Veränderung der  Lebensbedingungen des Wildes, aber auch das der Bestäuberinsekten führt. Unterstützt wird das Lebensraumkonzept und seine Umsetzung durch die Naturschutzbehörde und das Umweltdezernat der Stadt Wiesbaden.

„Die Imker haben bei der Anlage von Blühstreifen und Insektenhotels viel Erfahrung. Diese wollen wir nutzen und zukünftig zusammenarbeiten“. so Claus Deußer, der Vorsitzende des Hegeringes. Er betonte: „Ein vielfältiges Angebot an blühenden heimischen Pflanzen sind nicht nur wichtig für Wild- und Honigbienen, es sichert zum Beispiel auch den jungen Rebhühnern das Überleben in den ersten Tagen.

Bereits bi den „Feldgängen“ wurden erste Ergebnisse erzielt: Durch die großzügige Bereitschaft von Landwirten und privaten Eigentümern waren schnell Flächen gefunden, auf denen schon bald blühende Bienenweiden sowie Deckung und Äsung für das Niederwild entstehen werden. 

Jäger und Imker vereinbarten eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Gebiets-Lebensraum-Konzeptes der Hegegemeinschaft Wiesbaden/Ost.

„Wir ziehen alle am gleichen Strang, denn Naturschutz dient uns allen“. so Siggi Schneider. Er verweist auch auf die Erfolge der vom Imkerverein Wiesbaden imitierten Aktion „Wiesbaden summt“, die im vergangenen Jahr zusammen mit dem Grünflächenamt Wiesbaden gestartet wurde. Dabei wurden artenarme Grünflächen durch das Amt gärtnerisch vorbereitet und von den Mitgliedern des Imkervereins Wiesbaden eingesät. Der Samen wurde vom Imkerverein bezahlt und kostenlos zur Verfügung gestellt. In einer ersten Aktion entstanden 2016 so rund 4.000 Quadratmeter Blühflächen: Die Aktion wird 2018 fortgesetzt und ausgeweitet.