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Bienenkauf: Nur von bekannten Imkern - nicht aus dem Ausland!

Auch in diesem Winter werden hohe Völkerverluste erwartet. Ursache ist in über 90 Prozent aller Fälle die Varroa-Milbe. Sie hat sich im milden Spätherbst des vergangenen Jahres noch einmal massiv vermehrt. Imker, die diese Entwicklung nicht bemerkt haben, müssen sich jetzt nach neuen Völkern umschauen. Doch Vorsicht vor Angeboten auf Ebay und aus dem Ausland. Die Gefahr, gestohlene Völker oder kranke und infizierte Völker zu erwerben, ist groß!

Spätestens Ende März berichten die Medien wieder von "Dreisten Bienendiebstählen". Ganze Stände werden geplündert und der Imker, der seine Völker mit viel Liebe gehegt und gepflegt hat, steht vor dem Nichts.

Meist kommen die Diebe im Schutze der Dunkelheit. Innerhalb weniger Minuten wird der Stand geplündert, die Völker samt Beuten auf ein Auto verladen und über den nächsten befestigten Feldweg weggefahren. Spuren und Zeugen gibt es selten. Die Polizei nimmt zwar die Anzeige entgegen, doch bislang wurden nur ganz wenige Diebe geschnappt. Der Imker bleibt auf einem erheblichen Schaden sitzen - die Versicherung bezahlt nur einen Teil der Kosten. Auch bei uns in Wiesbaden wurden 2017 Völker gestohlen.

Die Masche der Diebe ist einfach: Auf einer der Online-Plattformen bieten sie beispielsweise "wegen Aufgabe der Imkerei" Beuten und Bienen an. Meist schwankt der Preis zwischen 150 und 300 Euro. Meldet sich ein Interessent, wird ein Treffpunkt auf einem Parkplatz ausgemacht. Die Völker stehen dann in der Nähe. Sobald der Kaufpreis entrichtet ist, verschwindet der Verkäufer. Pech für den Käufer: Sollte die Polizei die Diebe tatsächlich ermitteln, muss er seine in gutem Glauben gekauften Völker abgeben. Eine Anzeige wegen Hehlerei ist ihm sicher.

Schützen Sie sich vor dem Kauf geklauter Völker:

1. Kaufen Sie Ihre Bienen nur bei ihnen pesönlich bekannten Imkereien.
2. Kaufen Sie keine Bienen über eine Online-Plattform.
3. Lassen Sie sich den Bienenstand zeigen. Stehen dort unterschiedliche Beuten heißt es: Äußerste Vorsicht!
4. Lassen Sie sich den Personalausweis des Verkäufers zeigen - notieren Sie die Daten! Notieren Sie sich das KFZ-Kennzeichen.
5. Verlangen Sie ein aktuelles, gültiges Gesundheitszeugnis aus 2018
6. Vergleichen Sie das Gesundheitszeugnis mit den Daten auf dem Personalausweis!

7. Gute Adressen von Imkereien, die gesunde und vitale Völker verkaufen, gibt es beim Vorstand des Imkervereins oder in den Fachzeitschriften "Die Biene" und "Bienenjournal".

 

Auck vor dem Kauf von Bienenvölkern aus dem Ausland warnen wir nachdrücklich. Zu groß ist die Gefahr, kranke oder verseuchte Völker zu erwerben, die zu einer unkalkulierbaren Gefahr für den eigenen Bienenstand, aber auch für alle Imkereien im Umfeld werden können. Spiegel-Online hat hierzu einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht.

Die Sendung "Maintower" des Hessischen Fernsehens  hat am 18.3. 2018 über Bienendiebe berichtet. Der Beitrag wurde teilweise bei uns gedreht.

Spiegel-Online berichtet über die Risiken des Völkerkaufs aus dem Ausland.