zurück

5.000 Euro aus Umweltlotterie für Bienen- und Insektenlehrpfad

17.07.18 Ein Insektenlehrpfad im Apothekergarten Wiesbadens soll bald auf die zunehmend bedrohte Wildbiene und andere heimische Bestäuber aufmerksam machen. Doch soll er nicht nur über die Ursachen des Insektensterbens und die Lebensweise der Insekten informieren, sondern auch darüber, was jeder Einzelne dazu beitragen kann, die summenden Nützlinge zu fördern. Die nötigen Mittel für die Realisierung stehen jetzt zur Verfügung: Der Imkerverein Wiesbaden gewann für sein Projekt in der Umweltlotterie GENAU 5.000 Euro. Nach der Winterpause schon soll der Pfad umgesetzt sein.

Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln sind durch Klimaveränderung, Wohnungsbau oder den Anbau von Monokulturen zunehmend gefährdet. „Auch in Wiesbaden, vor allem im Osten der Stadt, werden die bewirtschafteten Flächen immer größer, was gerade Wildbienen den Lebensraum nimmt“, sorgt sich der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden, Siggi Schneider. Die Wildbiene benötigt in einem engen Umkreis von nur etwa 200 Metern Nistmöglichkeiten und Nahrung, da sie im Gegensatz zur Honigbiene nicht weit fliegen kann, aber gleichzeitig besonders wählerisch bei ihrer Nahrungsaufnahme ist. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren und jedem Hobbygärtner Anhaltspunkte zu geben, wie er selbst die wertvollen Bestäubern unterstützen kann,  möchte der Imkerverein im Apothekergarten einen interaktiven Insektenlehrpfad anlegen. Auch Schulen soll er als Ergänzung des Unterrichts dienen. Das ehrgeizige Projekt hatte der Verein im Juli 2017 bei der Umweltlotterie GENAU für den Zusatzgewinn eingereicht und nun am 22. Juni 2018 gewonnen. Die mit dem Zusatzgewinn verbundenen 5.000 Euro werden jetzt dafür sorgen, das Projekt als Teil der vom Imkerverein Wiesbaden initiierten Aktion „Wiesbaden summt!“ umgesetzt werden kann. Dies soll in enger Abstimmung mit dem Grünflächenamt der Stadt erfolgen.

„Der Apothekergarten ist mit seiner Pflanzenvielfalt und seiner Lage am Rand des Aukammtales in Wiesbaden der perfekte Platz. Er bietet eine Fülle heimischer Pflanzenarten, die kaum mehr Lebensraum finden. Gerade deshalb ist der Apothekergarten ein Rückzugsort für viele Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln, die dort  beobachtet werden können. Hier wird der Insektenlehrpfad einen idealen Platz erhalten“, freut sich Schneider. Schon vor einiger Zeit wurde im Garten eine Nistmöglichkeit für Wildbienen geschaffen, um den Besuchern Einblicke in die Welt der fleißigen Insekten zu geben. Gerade im Frühjahr lässt sich dort das Schlupf- und Paarungsverhalten gut beobachten. „Leider fehlen den Betrachtern in der Regel die Kenntnisse rund um die biologischen Vorgänge“, bedauert Schneider, und will mit dem  Insektenlehrpfad Aufklärung bieten sowie die Bedeutung der Biene für Natur und Mensch erläutern. „Insektenlehrpfad und Apothekergarten werden eine wunderbare Symbiose bilden und die Attraktivität der Einrichtung weiter steigern“, ist er überzeugt. Insbesondere Schulklassen soll er als ‚grünes Klassenzimmer‘ dienen. Statt eines Schilderwaldes wird ein auf wenige Stationen begrenzter Informationsweg aufgebaut, der sich thematisch in die Bepflanzung integriert. Statt langer textlicher Erläuterungen kommen QR-Codes zum Einsatz, um vertiefende Erläuterungen, Grafiken, Links und Filme auf mobilen Endgeräten aufrufen zu können. Die unmittelbare räumliche Nähe zum Bienenlehrpark mit eigenen Schulungsvölkern – dem Ausbildungszentrum des Imkervereins Wiesbaden – bietet zusätzlich die Möglichkeit, das Leben der Honigbienen und die Arbeit des Imkers auch ganz praktisch kennenzulernen.

Wenn der Apothekergarten nach der Winterpause im Mai nächsten Jahres wieder für die Öffentlichkeit geöffnet wird, soll auch der Lehrpfad angelegt sein. Partner bei der Gestaltung ist der Ausbildungszweig „Gestaltung“ der Kerschensteinerschule. Zur Vorbereitung auf die gemeinsame Arbeit wird der Imkerverein Wiesbaden den Schülern in einem Seminar alle notwendigen Grundlagen vermitteln. 

Zum dritten Mal seit Einführung der Lotterie GENAU jubelt mit dem Lehrpfadprojekt die Stadt Wiesbaden über Lottoglück für die Umwelt und profitierte bislang mit einem Betrag in Höhe von insgesamt 15.000 Euro. Bewerbungen für den GENAU-Zusatzgewinn können jederzeit unter www.genau-lotto.de/projekteinreichen eingereicht werden. Sie werden dann nach fachlicher Prüfung durch den Umweltprojektbeirat in den Kreis der zur Auswahl stehenden Umweltprojekte aufgenommen.

Das Spielprinzip der Umweltlotterie GENAU von LOTTO Hessen ist weltweit einmalig: Jeder Tipper gibt auf seinem Spielschein eine hessische Postleitzahl an und erhält pro Los eine fünfstellige Identifikationsnummer, die sogenannte Los-ID. Aus allen teilnehmenden Losen wird dann die Los-ID gezogen, auf die der garantierte Hauptgewinn von mindestens 10.000 Euro entfällt und die gleichzeitig den Gewinner-Landkreis bestimmt. Alle teilnehmenden Lose im Landkreis des Hauptgewinners gewinnen, außerdem ein Umweltprojekt. Welche Natur- und Umweltprojekte mit dem 5.000 Euro-Zusatzgewinn gefördert werden, entscheiden die jeweiligen Wochengewinner von GENAU.