Gemeinsam für mehr Artenvielfalt

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In einem Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet hat es die Natur schwer: Jeden Tag gehen Flächen für den Bau von Wohn- und Gewerbegebieten, für Straßen und Infrastrukturmaßnahmen verloren. Die verbleibenden landwirtschaftlichen Flächen werden intensiv bewirtschaftet und die halbwegs natürlich gebiebenen Räume unterliegen einem enormen Druck durch Freizeitsportler, Hundehalter und sonstige Nutzer. Die Folge ist ein permanenter Artenrückgang - bei Pflanzen und Tieren gleichermaßen. Deshalb hat der Imkerverein Wiesbaden die Aktion "Wiesbaden summt!" ins Leben gerufen. Das Ziel: Ein Netzwerk von Institutionen, Vereinen, Organisationen und Menschen, das die Biodivesität in und um Wiesbaden herum verbessern will.

Auf den Folgeseiten stellen wir Ihnen einige der Aktionen vor.

Wiesbaden blüht auf - Zusammen geht es besser

Die Aktion "Wiebaden summt!" hat viele Mitstreiter. Dazu zählen das Grünflächenamt, und das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden, die Hegegemeinschaft Wiesbaden Ost (ein Zusammenschluss engagierter Jäger), Kleingartenvereine, Landwirte oder Umweltinitiativen und -vereine. Auch mehrere Gärtnereien bringen sich mit ihrer Fachkenntnis ein und bieten ein bienenfreundliches Sortiment. Alle Akteure haben eines im Blick: Wenn wir zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt bieten wollen, in der es Tiere und Pflanzen gibt, die wir heute noch sehen und erleben wollen, dann müssen wir etwas tun. Biodiversität ist das Schlagwort.

Friedhöfe - viel Platz für Bienen und Schmetterlinge

Mehr als 20 Friedhöfe gibt es im Stadtgebiet Wiesbaden. Sie sind nicht nur Bestattungsplatz und Stätten der Erinnerung. Sie sind auch grüne Oasen, die eine wichtige ökologische Funktion erfüllen. Hier finden Insekten, Vögel und auch andere Tiere Nahrung und Unterschlupf. In den letzten Jahren hat sich das Bild der Friedhöfe in Deutschlnd gewandelt. Immer mehr Flächen liegen brach, weil sich die Bestattungsformen verändert haben. Wahl- und Reihengräber werden immer weniger, die Zahl der Urnenbestattungen liegt mittlerweile bei rund 86 Prozent. Die nicht mehr benötigten Bestattungsflächen müssen aufwändig gepflegt und immer wieder gemäht werden. Zusammen mit dem Grünflächenamt werden deshalb 2018 ein Teil der bislang artenarmen Rasenflächen in dekorative Blumenwiesen umgestaltet - der Imkerverein spendet die regionaltypsischen Samen, die Gärtnerinnen und Gärtner der Friedhofsverwaltung bereiten die Flächen vor und pflegen sie. So entsteht neuer Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln.

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Balkon und Fensterbrett als Bienenweide

Auch wer keinen Garten hat, kann der "Biene Maja" und ihren wilden Freunden etwas Gutes tun. Beispielsweise durch den Verzicht auf Geranien. Diese werden von den heimischen Bestäubern nicht oder nur wenig angeflogen, weil sie keinen Nektar und keine Pollen produzieren. Dabei gibt es jede Menge bunt blühende Blumen und Sträucher, die mit einem interessanten Nahrungsangebot aufwarten. Die Wiesbadener Gärtnereien beraten Sie gerne, wenn es um eine Bepflanzung von Balkonkästen mit bienenfreundlichen Pflanzen geht.

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Jäger und Imker arbeiten zusammen

Die Kulturlandschaft rund um Wiesbaden hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Siedlungsbau und intensive Landwirtschaft führen dazu, dass die Vielfalt an Pflanzen und Tieren abgenommen hat. Durch die Anlage von Blühäckern soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Hier finden Insekten und Niederwild Nahrung und Nistmöglichkeiten.

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Ein Garten für Wildbiene, Hummeln und Schmetterlinge

Viele unserer heimischen Wildbienen bauen ihre Nester in die Erde. Sie haben es besonders schwer, denn löshaltge Steilwände, Lehmgruben oder auch naturbelassene Ödlandflächen gibt es immer weniger. Auch vermoderte Baumstämme oder trocken stehende Pflanzenstängel, in die Wildbienen gerne ihre Brutnester bauen, sind in der freien Natur kaum noch zu finden. Wildbienen brauchen also Hilfe. Besonders wichtig ist, dass Nistplatz und Futterquellen dicht beisammen liegen. Wildbienen fliegen nicht so weit, wie Honigbienen, nämlich nur 200 bis 300 Meter. In diesem Radius muss auch Nistmaterial zur Verfügung stehen. Auf dieser Seite geben wir Tipps, wie man mit einfachen Mittel den wilden Bienen Wohnung und Nahrung bieten kann

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Neues Projekt: Der "Schmetterlings- und Bienengarten"

26.01.18

Auf einer Wiese am südlichen Ortsausgang von Kloppenheim hat der BUND vor einigen Jahren ein Mehlschwalbenhaus gebaut. Noch warten die Erbauer auf auf die schwarz-weißen Mückenfänger, aber für das "Erdgeschoss" des Hauses gibt es Pläne, dort zusätzlichen Lebensraum zu schaffen.

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Bienenaktionsplan des BUND

Der Bund für Naturschutz Deutschland (BUND) hat einen Nationalen Bienenaktionsplan entworfen, mit dem Ziel die bei uns lebenden Bestäuberinsekten - Honig- und Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und andere - zuretten. Dabei geht es darum, die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern und ihren Artenerhalt zu sichern. Teil dieses Aktionsplans ist auch eine Petition an die neue landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

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Blühwiese anlegen: Die Vorarbeit macht's

Bienen und andere Bestäuber brauchen dringend Nahrungs- und Nistmöglichkeiten. Die sind mittlerweile rar. Deswegen unterstützen wir die Anlage von Blühflächen und Blumenwiesen durch Beratung, und wenn es finanziell machbar ist, auch durch Stellung der Samen. Wichtig ist die sorgfältige Vorbereitung der Flächen und die kontinuierliche Pflege der Flächen. Wie es gemacht wird, beschreiben wir hier.

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Blühwiese einsäen

Eine Neuansaat einer Blumenwiese oder einer Blühfläche funktioniert nur, wenn der Boden gut vorbereitet ist. Das Saatbeet muss feinkümmlig sein, damit die Samen gut eingebettet werden und wurzeln können. Vorzugsweise sollte vor angekündigten Niederschlägen gesät werden, denn Samen von Wildarten benötigen mindestens 4-5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um optimal quellen und zur Keimung gelangen zu können. Wir empfehlen bei Frühjahrsansaat die Monate März und April. Die Herbstansaat Mitte August bis Anfang September bietet Vorteile für Kaltkeimer. Später im Herbst besteht ein erhöhtes Auswinterungsrisiko.

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Ohne Pflege geht es nicht!

Wurde ein gut vorbereitetes, unkrautfreies Saatbett angesät, kann die Mischung – bei optimaler Witterung – bereits im Folgejahr wie ein gut entwickelter Bestand gepflegt werden. Bei einer Wiesenmischung auf Böden mittlerer Qualität bedeutet dies eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr. Auf extrem mageren Böden kann auch eine Mahd in zwei Jahren ausreichend sein. Auf nährstoffreichen Böden (Frischwiese / Fettwiese) oder in niederschlagsreichen Jahren kann oft ein drittes Mal gemäht werden.

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Hier bekommen Sie Saatgut

Samen ist nicht gleich Samen! Im Handel - selbst bei Discountern - gibt es eine Vielzahl von Blühmischungen, die als "Bienenweide", "Schmetterlingsgarten" oder "Hummelwiese" gehandelt werden. Nicht alle sind geeignet, denn oft sind darin Pflanzen enthalten, die bei uns in der offenen Landschaft normalerweise nicht vorkommen und deren Verbreitung nicht gewünscht ist. Deshalb verwenden wir ausschließlich "regiozertifiziertes Saatgut", das Samen von Kräutern und Gräsern enthält, die bei uns heimisch sind.

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